Montag, 9. Oktober 2017

[Rezension] Der Gesang der Nachtigall

336 Seiten
18,99 € / 12,99 €
Hardcover / eBook


England 1919. Seitdem sie und ihre Familie nach Hope House gezogen sind, ist die zwölfjährige Henry ganz auf sich allein gestellt. Mama ist krank, Vater arbeitet außer Landes und Nanny Jane muss sich um Baby Piglet kümmern. Sich selbst und ihren Büchern überlassen, beginnt Henry, ihre neue Umgebung zu erkunden: das große Haus mit seinem vergessenen Dachboden, das geheimnisvolle Licht, das jenseits des Garten durch die Bäume schimmert, und die geisterhaften Schatten, die niemand außer ihr zu sehen scheint. Und auch niemand außer ihr scheint zu merken, in welcher Gefahr ihre Familie schwebt ...

Im Jahr 1919 zieht die zwölfjährige Henry mit ihren Eltern, ihrer kleinen Schwester Piglet sowie Nanny Jane aus London weg. Gemeinsam beziehen die fünf ein Haus auf dem Land. Doch das Familienleben ist von Anfang an gestört, da der Vater bereits nach kurzer Zeit aufgrund seiner Arbeit ins Ausland verreisen muss. Zudem ist Henrys Mutter nach dem Tod ihres Sohnes Robert in ein tiefes Loch gefallen. Die Ärzte versuchen zwar sie daraus hervorzuholen, doch sie zieht sich immer mehr zurück. Henry fühlt sich daher einsam und verlassen und erkundet das Haus und das angrenzende Waldstück, in dem sie eine erstaunliche Entdeckung macht.

„Der Gesang der Nachtigall“ ist eines dieser Bücher, die einen von Anfang an in ihre Welt zerren und erst nach dem zuklappen wieder ausspucken. So ist es mir zumindest ergangen, denn obwohl das Buch kein packender Thriller ist, konnte ich es einfach nicht aus der Hand legen. Dabei sollte dem Leser bewusst sein, dass man keine lustige Geschichte geboten bekommt. Viel mehr präsentiert die Autorin eine Geschichte die so durchaus 1919 irgendwo in England passiert sein könnte. Da sich in der Geschichte fiel um die psychischen Probleme der Mutter und Henrys Ängste dreht, liegt über dem Buch eine teilweise sehr bedrückende Stimmung. Wer damit so seine Probleme hat, der sollte lieber die Finger von dem Buch lassen.

Henry musste in ihren jungen Jahren schon einige Schicksalsschläge ertragen. Der Bruder ist seit kurzem tot, die Mutter fällt in ein Loch und kümmert sich nicht mehr um das Baby und sie und der Vater ist meilenweit entfernt von Zuhause. Ganz oft findet Henry daher Zuflucht in ihren Büchern. Henry ist ein sehr belesenes Mädchen und kann einige Textpassagen aus Klassikern zitieren. Dabei hat sie selbst so große Angst ebenfalls psychisch zu erkranken, da Henry ab und an glaubt ihren toten Bruder zu sehen und sogar Gespräche mit ihm führt.
Nanny Jane ist vor allen Dingen für die Pflege des Babys Piglet engagiert. Trotzdem ist sie auch für die Erziehung von Henry verantwortlich, nachdem der Vater im Ausland ist. Stellenweise ist die arme Nanny Jane mit der Situation überfordert. Nicht nur um die beiden Kinder, auch um Henrys Mutter hat sie sich zu kümmern.
Dabei unterstützt wird sie tagsüber von der Köchin Mrs. Berry. Diese hat einen sehr offenen und warmherzigen Charakter und man schließt sie sofort ins Herz.
Dr. Hardy hingegen ist weit entfernt von einem warmherzigen Charakter. Er versucht mit aller Macht die Krankheit von Henrys Mutter für seine Zwecke zu nutzen. 

Besonders gefallen hat mir der wunderschöne Schreibstil der Autorin und die Rätsel die Henry und dem Leser geboten werden. Auch mit der Angst einer psychischen Erkrankung spielt Lucy Strange gekonnt. Zwischenzeitlich muss fragt man sich zwangsläufig, was nun Realität und was Wahnsinn ist.

Eine Geschichte die unter die Haut geht und dabei sehr realistisch erscheint, bekommt der Leser mit "Der Gesang der Nachtigall" geboten. Die Story hatte mich fest im Griff und ich wollte immer nur weiterlesen und erfahren wie alles ausgeht. Der Grundton ist durchaus bedrückend und eher ruhig, was in diesem Fall aber nichts schlechtes ist.
5 von 5 Hörnchen


Reihe
Hierbei handelt es sich um einen Einzelband.

Vielen Dank an den Königskinder Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares.  
 

Kommentare :

  1. Hallo Sandra,

    Schön, dass dir das Buch gefallen hat und es dich begeistern könnte. Für mich ist das Buch wohl eher nichts, trotzdem finde ich es spannend und lasse mich immer gerne von dir inspirieren.

    Liebe Grüße Desiree

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    1. Hey Desiree,

      eigentlich lese ich solche Bücher auch eher selten. Dieses hat mir dafür aber echt gut gefallen. Ich kann aber verstehen, wenn du es nicht unbedingt lesen möchtest.

      Liebe Grüße
      Sandra

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    2. Ist ja auch nicht so, als ob der Sub nicht sowieso groß genug ist :-)

      Liebe Grüße
      Desiree

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  2. Huhu Sandra-Schatz, <3

    wow, das Buch klingt echt gut und dank deiner bezaubernden und neugierig machenden Rezi muss es nun wohl doch auf meine Wuli :) Ich mag dramatische Geschichten wie du ja weißt auch gerne und dieses Buch klingt nach viel Tiefgang.

    Grinsen musste ich aber wegen Piglet, dass ist ja auch mal ein Name für ein kleines Kind ;)

    Liebste Grüße,
    Ally

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    1. Hey Ally-Schatz, <3

      das Buch hat wirklich viel Tiefgang und auch einiges an Drama zu bieten. Ich bin mir also irgendwie sicher, dass es dir gut gefallen wird.
      Und ja für ein Baby ist Piglet schon ein lustiger Name.

      Liebe Grüße
      Sandra

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  3. Hi Sandra,

    ich habe jetzt wirklich nur das Fazit gelesen (den Rest hole ich bald nach) :-) ... denn ich habe mir das Buch vor Kurzem gekauft und bin schon total gespannt darauf, möchte bei Romanen aber immer so wenig wie möglich vorher wissen. Nach deiner Zusammenfassung und den fünf Hörnchen freue ich mich jetzt aber so richtig auf die Nachtigall. :-)

    Viele liebe Grüße
    Alex

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    1. Hey Alex,

      mir geht es da auch so wie dir, wenn ich das Buch demnächst lesen möchte, dann lese ich mir meistens nur das Fazit durch. Ich hoffe sehr, dass dir die Nachtigall so gut gefallen wird wie mir.

      Ganz liebe Grüße
      Sandra

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  4. Hallo Lieblings-Sandra <3,

    eine wunderbare Rezi über dieses Buch, welche mich sehr neugierig gemacht hat. Es scheint ja wieder eines dieser besonderen KöKi-Bücher zu sein, über die man sehr viel nachdenken kann/muss.

    Was meinst du? Ist es etwas für mich?

    Liebe Grüße, drück dich,
    Uwe

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    1. Hallo Lieblings-Uwe, <3

      für mich war es schon ein besonderes Buch. Einfach weil diese Geschichte wirklich so hätte statt finden können oder auch wirklich stattgefunden hat.
      Und ich denke schon, dass das Buch etwas für dich ist. Vielleicht wartest du noch Lauras Meinung ab, die wird das Buch ja auch bald lesen. :-)

      Liebe Grüße und drück dich zurück
      Sandra

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