Mittwoch, 26. August 2015

[Rezension] Rot wie das Meer

432 Seiten
18,95 €
Hardcover

Jedes Jahr im November wird die Insel Thisby von Capaill Uisce heimgesucht, Meereswesen, die in Gestalt wunderschöner Pferde Tod und Verderben bringen. Schnell wie der Seewind und tückisch wie das Meer, ziehen sie die Menschen in ihren Bann. Wie viele junge Männer der Insel fiebert auch Sean Kendrick dem Skorpio-Rennen entgegen, bei dem sie auf Capaill Uisce gegeneinander antreten. Nicht wenige bezahlen dafür mit ihrem Leben. Das diesjährige Rennen aber wird sein wie keines zuvor: Als erste Frau wagt Puck Connolly, sich einen Platz in dieser Männerwelt zu erkämpfen. Sie gewinnt den Respekt von Sean Kendrick, der ihr anfangs widerwillig, dann selbstlos hilft. Schließlich fällt der Startschuss und auch diesmal erreichen viele Reiter nicht das Ziel. Ihr Blut und das ihrer Capaill Uisce färben die Wellen des Meeres rot …

Auf der Insel Thisby findet jedes Jahr im November das Skorpio-Rennen statt. Denn genau zu dieser Jahreszeit kommen die Meereswesen, Capaill Uisce genannt, aus dem Wasser heraus. Diese Wesen sehen Pferden sehr ähnlich, haben jedoch ein ganz anderes Temperament. Sie sind bösartig, wild und versuchen ihre Reiter zu töten. Viele Männer ließen schon bei diesem Rennen ihr Leben. Dieses Jahr möchte Puck, als erste Frau und mit ihrem eigenen Pferd, am Rennen teilnehmen. Das Entsetzen und die Empörung der anderen Teilnehmer ist groß. Eine Frau bei ihrem Männerrennen? Und dann auch noch auch einem Pferd und keinem Capaill Uisce?

Im Laufe der Geschichte wechseln wir immer wieder zwischen Pucks und Seans Sicht hin und her. Beide wollen das Rennen gewinnen, aus sehr unterschiedlichen Gründen, die für beide jedoch extrem wichtig sind. Genau aus diesem Grund konnte ich mich wunderbar in Puck und Sean hineinversetzen. Beide sind dickköpfig und geben sich nicht so leicht geschlagen. Beide lieben ihr Pferd/ihr Capaill Uisce über alles und beide sind an diese Insel gebunden, jeder auf seine Weise. Aufgrund all dieser Beweggründe baute ich eine besondere Bindung zu den beiden auf.
Die Liebesgeschichte zwischen Puck und Sean entwickelt sich langsam und ist zu keiner Zeit zu dominant. Sie ist genau passend zu dem Rest des Buches. Solche Liebesgeschichten sollte es einfach öfter geben!
Die restlichen Charaktere sind alle sehr speziell, mancher sehr liebenswürdig und mancher sehr verabscheuungswürdig. Pucks kleiner Bruder Finn war mir aufgrund seiner hilfsbereiten und liebenswürdigen Art schnell ans Herz gewachsen. Wobei Pucks älterer Bruder Gabe bei mir nur wenig punkten konnte. Ich konnte es einfach nicht nachvollziehen, dass er seine Geschwister allein auf Thisby zurücklassen wollte, gerade wo die Eltern nicht mehr leben.
Benjamin Malvern, Seans Arbeitgeber, ist ein schwer einzuschätzender Charakter. Ganz anders als sein Sohn Mutt, der nur von seinem Hass auf Sean angetrieben wird.
Aber nicht nur die Charaktere sind jeder auf seine Art speziell, auch die Insel Thisby ist etwas ganz besonderes. Sie hat etwas magisches und raues an sich. Und über der ganzen Insel und ihren Bewohnern schwebt eine gewisse Melancholie und Traurigkeit.

Maggie Stiefvaters Schreibstil ist gewohnt poetisch und detailliert. Manchmal war es mir ein wenig zu detailliert und gerade die erste Hälfte des Buches kommt sehr ruhig daher. Zu Beginn hatte ich auch ein wenig Probleme damit mir alles genau vorzustellen. Gerade die Wasserpferde und ihre Charaktereigenschaften waren für mich mehr als ungewöhnlich. Am Ende kann ich aber sagen, dass genau diese Capaill Uisce das besondere des Buches sind. Ich finde es klasse, dass die Autorin eine relativ unbekannte Mythologie genommen und daraus ihre eigene Geschichte gemacht hat.
In ein paar Rezensionen hatte ich gelesen, dass das Buch etwas für Pferdeliebhaber ist. Vielleicht bin ich daher mit ein wenig anderen Erwartungen an das Buch herangegangen. Zwar spielen die Pferde/Capaill Uisce eine wichtige Rolle, dennoch hatte ich damit gerechnet viel mehr über die Arbeit mit ihnen zu erfahren. Gerade im ersten Teil stehen andere Themen im Vordergrund, dafür wurde ich im zweiten Teil dann mit ein paar schönen Stellen belohnt.
Ab einem gewissen Punkt fiebert man dem Skorpio-Rennen sehr entgegen. Ich konnte auch schlecht einschätzen wie alles enden wird. Das Ende wusste mich aber voll und ganz zu überzeugen. Es ist packend, und dramatisch. Und auch ein kleines Tränchen konnte ich mir gerade so verdrücken.


Dieses Buch ist außergewöhnlich, mystisch und faszinierend! Kurzum, einfach anders als alles was ich bisher gelesen habe. Eine relativ unbekannte Mythologie wurde hier in eine wunderschöne Geschichte verpackt. Die beiden Hauptcharaktere zogen mich in ihren Bann. Genauso wie es die ganze Insel Thisby getan hat. Ihre Magie ließ mich auch nach der letzten Seite nicht los. Da mir in der ersten Hälfte aber ein klein wenig die Spannung fehlte, bekommt das Buch „nur“ 4 von 5 Hörnchen. Aber trotzdem eine klare Leseempfehlung!



 Challenges

1 Kommentar :

  1. Hey :D
    Ahh jaa dem kann ich nur voll und ganz zustimmen :) Ich fand das Buch auch richtig toll, hatte aber am Anfang auch meine Schwierigkeiten mir alles vorzustellen und ich fand am Anfang hätte auch ein wenig mehr passieren können, aber sonst ein richtig tolles Buch *_*

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